Europa bereitet eine Überarbeitung von MiCA vor, um ausländische Stablecoins zu regulieren
Die Europäische Union plant, ihr MiCA-Regelwerk voraussichtlich im Jahr 2027 wieder zu öffnen, um nicht-EU-Stablecoin-Emittenten unter Aufsicht zu bringen. Die Europäische Kommission konsultiert bis zum 30. September 2026 die Interessengruppen, bevor sie entscheidet, ob das Gesetz formell wieder geöffnet wird.

Die EU plant, MiCA zu überarbeiten, um ausländische Emittenten abzudecken
Die Europäische Union bereitet sich darauf vor, ihr Regelwerk für Märkte in Krypto-Assets (MiCA) wieder zu öffnen, um nicht-EU-Stablecoin-Emittenten unter ihre Aufsicht zu bringen. Mehrere EU-Diplomaten teilten Euronews mit, dass eine Überarbeitung im Jahr 2027 wahrscheinlich aussieht. Der aktuelle Rahmen regelt nicht spezifisch Unternehmen, die außerhalb des Blocks ansässig sind und Stablecoins ausgeben, aber dennoch in Europa tätig sind. Sie zu regulieren, ist schwieriger, da ein einzelner Stablecoin von mehreren Unternehmen in verschiedenen Rechtsordnungen ausgegeben werden kann. Die Beamten wollen auch den Anwendungsbereich von MiCA erweitern, um aufkommende Technologien wie tokenisierte Zahlungen und Einlagen abzudecken, von denen sie erwarten, dass sie in den kommenden Jahren wachsen werden. Dieser Schritt würde die erste wesentliche Überarbeitung des Flaggschiff-Kryptogesetzes des Blocks markieren.
Eine Konsultation läuft bis September, bevor eine Entscheidung getroffen wird
Die Europäische Kommission konsultiert die Interessengruppen bis zum 30. September 2026, bevor sie entscheidet, ob die Gesetzgebung formell wieder geöffnet wird. Die Lizenzanforderung von MiCA für Anbieter von Krypto-Asset-Diensten trat erst am 1. Juli 2026 in Kraft, dennoch betrachten die Gesetzgeber eine Überprüfung bereits als wahrscheinlich. Laut der Verordnung muss die Kommission bis zum 30. Juni 2027 dem Europäischen Parlament und dem Rat berichten, wie MiCA funktioniert, mit einem legislativen Vorschlag, wenn dies gerechtfertigt ist. Einige in der Branche haben die potenzielle Überarbeitung als "MiCA 2.0" bezeichnet, obwohl verbindliche Änderungen noch Jahre entfernt sind. Europäische Aufsichtsbehörden haben parallel zu engeren Kontrollen signalisiert: Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat erklärt, dass sie untersuchen wird, wie lizenzierte Krypto-Unternehmen die Verwahrung und operationale Risiken von Juli 2026 bis 2027 managen.
Washingtons GENIUS-Gesetz hat Brüssel zur Reaktion gedrängt
Die Neubewertung ist eine direkte Reaktion auf Entwicklungen in den Vereinigten Staaten. Im vergangenen Jahr unterzeichnete Präsident Donald Trump das GENIUS-Gesetz, das einen föderalen Rahmen für dollarbesicherte Stablecoins schafft, und er hat die Token als Möglichkeit beworben, die globale Reichweite des Dollars zu erweitern. Etwa 97% der Stablecoins weltweit sind an den US-Dollar gebunden. Die Lücke ist dringlich geworden, da US-Emittenten im Ausland expandieren. EU-Beamte machen sich Sorgen über eine Flut von Dollar-Token, die nach Europa gelangen, und die Fragen, die dies für die finanzielle Stabilität und den Verbraucherschutz aufwirft.
Ein schnell wachsender Markt erhöht die Einsätze
Stablecoins sind Token, die an einen realen Vermögenswert, normalerweise den US-Dollar, gebunden sind, und sie befinden sich außerhalb des traditionellen Bankensystems, was es ihnen ermöglicht, den Standardbankregeln zu entkommen. Das gesamte Angebot an Stablecoins wuchs bis 2025 um mehr als 50 % und erreichte bis April 2026 etwa 317 Milliarden US-Dollar, so die Federal Reserve. MiCA hat bereits den europäischen Markt umgestaltet: Revolut hat Tether's USDT aus dem Angebot genommen, um konform zu sein, während Circle die Genehmigung als konformer Emittent erhalten hat.
USDC hielt seinen Dollar-Peg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
USDC, der Dollar-Stablecoin, der von Circle ausgegeben wird, wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei 0,9998 US-Dollar gehandelt und hielt damit effektiv seinen Dollar-Peg. Seine Marktkapitalisierung lag bei etwa 73,3 Milliarden US-Dollar, mit einem Handelsvolumen von über 12 Milliarden US-Dollar in 24 Stunden (CoinPaprika, 10. Juli 2026). Die Zahlen zeigen das Ausmaß der dollargebundenen Token, die zirkulieren, während europäische Aufsichtsbehörden ihre Reaktion abwägen.
Die EZB warnt, dass Dollar-Token die Euro-Souveränität bedrohen
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich als die lauteste Stimme für strengere Regeln hervorgetan. Präsidentin Christine Lagarde hat wiederholt gewarnt, dass Dollar-Stablecoins Einlagen von Banken abziehen und die monetäre Souveränität des Euro untergraben könnten. Sie argumentiert, dass Europa seine eigene öffentliche Zahlungsinfrastruktur aufbauen sollte, anstatt das US-Modell zu kopieren. Für den Moment bleibt der Prozess in den frühen Phasen, und die Beamten erwarten, dass etwaige Überarbeitungen 2027 aufgegriffen werden.
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