EZB wählt Deutsche Bank, Revolut und 34 weitere zur Pilotierung des digitalen Euro aus
Die Europäische Zentralbank hat 36 Zahlungsdienstleister, darunter Deutsche Bank, Revolut und Adyen, für ihren digitalen Euro-Pilot ausgewählt. Der 12-monatige Test beginnt in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 bei der EZB und 19 nationalen Zentralbanken.

EZB wählt 36 Unternehmen für den digitalen Euro-Pilot aus
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat 36 Zahlungsdienstleister ausgewählt, die an ihrem digitalen Euro-Pilot teilnehmen. Das Eurosystem erhielt mehr als 50 Bewerbungen nach einem Aufruf zur Interessenbekundung im März 2026. Die Bewerber wurden anhand vordefinierter Eignungskriterien bewertet. Zu den ausgewählten Unternehmen gehören Deutsche Bank, Revolut, Adyen, SumUp, UniCredit und Worldline. Gemeinsam decken sie Banken und Nicht-Banken ab und bieten eine breite geografische Abdeckung im Euro-Raum.
Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums und Vorsitzender der hochrangigen Task Force zum digitalen Euro, begrüßte das Interesse.
"Das starke Marktinteresse am Pilotprojekt zeigt die Bereitschaft des privaten Sektors, aktiv zu engagieren und das Projekt des digitalen Euro schnell voranzutreiben, um die europäische Zahlungslandschaft zu stärken", 14. Juli 2026. — Piero Cipollone, Mitglied des Direktoriums, Europäische Zentralbank
Pilot beginnt 2027 in neunzehn Euro-Ländern
Der Pilot wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 beginnen und 12 Monate dauern. Er findet bei der EZB und 19 nationalen Zentralbanken im Euro-Raum statt. Zu den teilnehmenden Ländern gehören Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande. Auch Belgien, Irland, Griechenland, Portugal und Finnland nehmen teil. Mitarbeiter dieser Institutionen werden als Haupttestnutzer fungieren.
Beta-Version testet Online- und In-Store-Zahlungen
Die Übung wird eine Beta-Version des digitalen Euro verwenden. Diese Version bleibt technisch nah an der Währung, die im Entwurf der europäischen Gesetzgebung (EU) festgelegt ist, hat jedoch keinen Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Die verteilenden Anbieter werden den Mitarbeitern Zugang zu Beta-Konten und Zahlungen gewähren. Die akquirierenden Anbieter werden ausgewählten Händlern ermöglichen, Beta-Zahlungen in digitalem Euro zu erhalten. Der Pilot umfasst Person-zu-Person-Überweisungen, sowohl online als auch offline, sowie In-Store- und E-Commerce-Käufe. Zahlungen am physischen Verkaufsort umfassen Software Point of Sale und mobile Optionen.
Händler werden Beta-Zahlungen in digitalem Euro akzeptieren
Ausgewählte Händler werden ebenfalls an dem Versuch teilnehmen. Dazu gehören Online-Händler und Unternehmen, die alltägliche Dienstleistungen in ihren Räumlichkeiten anbieten, wie Cafeterien und Restaurants. Sie werden Beta-Zahlungen in digitalem Euro von Mitarbeitern der Zentralbank akzeptieren, die als Kunden auftreten. Diese Einrichtung ermöglicht es der EZB, reale Zahlungssituationen zu testen, bevor eine breitere Entscheidung getroffen wird.
Stablecoins halten Hunderte von Milliarden an Wert
Laut CoinDesk treibt die EZB das Projekt teilweise voran, weil sie privat ausgegebene, dollarbesicherte Stablecoins als Herausforderung für die monetäre Autonomie Europas ansieht. Tether's USDT hatte einen Marktwert von fast 184,1 Milliarden Dollar, während Circle's USDC bei etwa 73,0 Milliarden Dollar lag (CoinPaprika, 14. Juli 2026). USDT verzeichnete etwa 57 Milliarden Dollar an Handelsvolumen innerhalb von 24 Stunden, und USDC etwa 14 Milliarden Dollar (CoinPaprika, 14. Juli 2026). Das Projekt des digitalen Euro zielt darauf ab, die europäische Zahlungslandschaft zu stärken, so die EZB.
EZB zielt auf mögliche Ausgabe des digitalen Euro bis 2029 ab
Die EZB plant eine mögliche Ausgabe eines digitalen Euro bis 2029. Jede Entscheidung hängt von der EU-Gesetzgebung und der Genehmigung des EZB-Direktoriums ab. Laut CoinDesk bleibt der Zeitrahmen an den Gesetzgebungsprozess gebunden. Der Pilot ist Teil der Vorbereitungsphase der EZB für das Projekt. Für den Moment werden die ausgewählten Anbieter sich mit ihren nationalen Zentralbanken auf die Übung vorbereiten, und die EZB wird regelmäßige Updates auf ihrer Webseite zum digitalen Euro-Pilot veröffentlichen.
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